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Projekt-Entwicklung von 1995 bis 2009
Die Entwicklung des AMICA-Projektes in Tuzla in den letzten vierzehn Jahren und
weshalb unser Engagement in Bosnien nach wie vor wichtig ist
Projektvorbereitung im 1995
AMICA Schweiz lässt im
Zentrum von Tuzla,
Bosnien-Herzegowina, ein Haus vom
schweizerischen
Katastrophenhilfskorps renovieren.
Das Haus wird im Jahr 2001 für die
lokale NGO AMICA Educa gekauft.
Projektstart im 1996
Ausbildung:
Therapeutinnen aus der Schweiz und
aus Deutschland reisen zweimal
jährlich nach Tuzla und instruieren
psychologisch und pädagogisch
ausgebildete Bosnierinnen in
Trauma-Verarbeitungsmethoden:
Kreatives Ausdrucksmalen, Universelle
Friedenstänze, Familien-Dynamik und
Gewaltfreie Kommunikation.
Beratung:
Dank der beruflichen Vorbildung können diese Frauen (Lehrerinnen, Ärztinnen, Sozialarbeiterinnen u.ä.) diese Methoden sogleich in Praxis und Familien-Alltag anwenden.
Eine Sozialarbeiterin und Mitarbeiterin von AMICA Educa eröffnet ein
SOS-Telefon.
Projektverlauf seit 2000
Die Ausbildung
in den vier oben erwähnten
Methoden der Trauma-Verarbeitung wird
allmählich von Bosnierinnen
übernommen. Die bisherigen
Ausbildnerinnen begleiten die
Bosnierinnen und wirken zunehmend als
Supervisorinnen.
Die Beratungsarbeit
ist vielfältig ausgedehnt worden.
Es finden regelmässig Malgruppen,
Tanzgruppen, Rekreative
Gymnastikstunden, Reiki, Yoga und
individuelle Entspannungsmassagen
(Traumatisierte brauchen neuen Zugang
zu ihrem Körper) statt.
Neuerungen seit 2006
Ausbildung: In
Zusammenarbeit mit der Universität Tuzla
wird Kreatives Ausdrucksmalen bei
AMICA Educa ins Curriculum der
Heilpädagogik-Ausbildung aufgenommen.
Die Lehrerfortbildung von Tuzla
beauftragt AMICA Educa, verschiedene Aktivitäten zur Bereicherung des Schulunterrichts an Lehrkräfte zu vermitteln.
Beratung:
AMICA-Mitarbeiterinnen gehen in verschiedene
Flüchtlingscamps
von Bosnien und arbeiten dort mit Frauen und Kindern.
Verschiedene Hilfesuchende des
SOS-Telefons bilden gemeinsam
eine Selbsterfahrungsgruppe.
Zukünftige Pflegeeltern werden
mittels Einblick in die
Familien-Dynamik auf ihre Aufgabe
vorbereitet.
Das Projekt 2009 – Ausblick
Finanzierung:
Die Direktion für Entwicklung und
Zusammenarbeit mit Osteuropa und der
GUS, DEZA (bis 2007 Hauptsponsor von
AMICA) teilt uns mit, das
AMICA-Gesamtprojekt ab 2008 nicht
mehr zu unterstützen. Dies hat eine
massive Reduktion der
Betriebsbeiträge zur Folge, welche
mit Amica Educa abgesprochen wurden.
Weitere Kürzungen der monatlichen
Betriebsbeiträge hängen auch von den
kommenden Spenden unserer Mitglieder
und Gönner ab. Darunter sind etliche
Kirchgemeinden (reformiert und
katholisch) sowie Frauenvereine, aber
auch viele Einzelpersonen. Amica
Educa hat ihre Einnahmen in Tuzla in
den letzten drei Jahren sukzessive
erhöhen können, teils weil die
TeilnehmerInnen jetzt mehrheitlich
Kursgelder bezahlen, teils durch
erfolgreiches eigenes Fundraising,
teils durch Vermietung der
Parterrewohnung im AMICA-Haus.
Ausbildung:
Die Ausbildnerinnen aus der Schweiz
und aus Deutschland gehen nur noch
einmal jährlich zur Supervision nach
Tuzla. Jeder Methodenbereich
definiert eine bosnische
Bereichsverantwortliche, welche für
die weitere Verbreitung und Anwendung
ihrer Trauma-Verarbeitungsmethode
zuständig ist. AMICA Schweiz erwartet
von den Ausbildnerinnen, dass sie
zusammen mit den ausgebildeten
Bosnierinnen ein Curriculum
erstellen, welches das Gelernte
festhält und die weitere Ausbildung
garantieren soll. Im Bereich
Kreatives Ausdrucksmalen ist dies
bereits geschehen.
Beratung:
Die Mitarbeiterinnen in Tuzla kombinieren die verschiedenen Methoden und finden selbständig immer neue Formen und Wirkungsorte. Wo Lehrerinnen bei AMICA Educa Kreatives Ausdrucksmalen gelernt haben, entstehen an deren Schulen Malateliers. Andere NGOs, Schulen und Firmen senden ihre Leute zur Burn-out-Prävention in Amica-Kurse, ein Netzwerk von NGOs aus ganz Bosnien-Herzegowina organisiert gemeinsam Workshops etc.
Projekte:
Sowohl in der Ausbildungsarbeit wie
in der Beratungstätigkeit haben sich
in den letzten Jahren neue
Betätigungsfelder eröffnet:
Vor allem hat sich die
Zusammenarbeit mit der Stadt Tuzla
konsolidiert: - Die
Fakultät Sonderpädagogik der
Universität Tuzla hat die AMICA-Kurse
Kreatives Ausdrucksmalen
ins fakultative Angebot für ihrer Heilpädagogik-StudentInnen aufgenommen!
- Studierende der Fakultät für Sozialarbeit lernen dank
Gewaltfreier Kommunikation
ihre Gefühle und Bedürfnisse kennen und ernst nehmen.
- Das Amt für Lehrerfortbildung
beauftragt Amica Educa, an Hand der Universellen
Friedenstänze die Lehrkräfte
in die verschiedenen Weltreligionen
einzuführen; damit werden sie in
Theorie und mit praktischen
Beispielen für das Fach Ethik
gerüstet.
Begleitung ausserhalb Tuzla erhalten einerseits
Rückkehrerinnen
von Snagovo, ein Dorf in der Serbischen Republik.
Regelmässig werden
Flüchtlingsfrauen
aus der Region Srebrenica, die seit Kriegsende bei einem Dorf bei Tinja wohnen, therapeutischen Beistand ergänzt mit familiendynamischen Übungen.
Ziel der Gründerorganisation AMICA Schweiz
AMICA Schweiz möchte sich
als Hauptfinanzquelle des Bildungs-
und Beratungszentrum AMICA Educa in
den kommenden Jahren zurückziehen.
Dank Ihrer Hilfe hoffen wir, die
Reduktion der finanziellen
Unterstützung von Amica Educa
abgestuft gestalten zu können.
Uns ist wichtig, dass die
Aktivitäten weitergeführt werden und
die lokalen Verantwortlichen in den
kommenden Jahren noch mehr Einnahmen
generieren und neue Sponsoren
ermitteln können.
Andrea von Bidder
Binningen 12. Februar 2009
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